16.09.2014

Everyday Rebellion: Beeindruckendes Plädoyer für gewaltfreien Aktivismus

Copyright: W-film /
Golden Girls Filmproduktion
Am 17. September 2011 zog eine Gruppe von etwa 1.000 Aktivisten in den New Yorker Finanzdistrikt, um gegen ein ungerechtes Wirtschaftssystem und die Macht einer kleinen Minderheit zu demonstrieren. Sie errichteten im Zuccotti Park ein Zeltlager. Die Occupy-Bewegung war geboren.

Es dürfte kein Zufall sein, dass "Everyday Rebellion" fast auf den Tag genau drei Jahre nach der Geburt von Occupy Wall Street in die Kinos kommt. Mit beeindruckenden Bildern zeichnet der Dokumentarfilm von Arash und Arman T. Riahi die sozialen Protesten der vergangenen Jahre rund um den Globus nach.

Die Filmemacher haben dazu die Schauplätze sozialer Bewegungen besucht: den Tahrir-Platz in Kairo, das von Zwangsräumungen geprägte Madrid, den Taksim-Platz in Istanbul, das Iran-Tribunal in Den Haag.. Ihr Blick galt der Vielfalt und Kreativität des gewaltfreien Protests: Da fliegen hunderte Tischtennisbälle mit subversiven Botschaften eine Straße herunter. Da sprechen Demonstranten laut das Gesprochene nach, weil ihnen Megafone untersagt sind. Da werden kapitalismuskritische Botschaften auf Geldscheine geschrieben. Theoretiker wie Praktiker schildern, welche Wirkung kreative Aktionsformen entfesseln können.

Der Blick der Riahi-Brüder galt aber vor allem den Menschen, die hinter den Protesten stehen, und von denen wir einige kennenlernen: Eine junge Studentin in den USA, die ein paar Jahre auf der Straße leben musste und Sorge hat, an den Studiengebühren zu verarmen. Eine Femen-Aktivistin, die aufgrund von Morddrohungen ihre Heimat verlassen musste. Ein Aktivist aus Damaskus, der Flugblätter mit Hilfe von Ballons verbreitet hat.

Eine große Stärke der geduldig erzählten Doku ist ihr Blick fürs Detail. Eindrucksvoll etwa der Gesichsausdruck eines jungen Polizisten, der Femen-Aktivistinnen festhält. Von anfänglicher Skepsis wandelt er sich. Am Ende blickt er fast anerkennend drein.

"Everyday Rebellion" macht Akteure sozialer Bewegungen rund um die Welt sichtbar - und er macht Hoffnung für mehr soziale Gerechtigkeit. Ganz gleich, wie übermächtig der Gegner auch sein mag.

Everyday Rebellion läuft seit 11. September 2014 in ausgewählten Kinos in Deutschland und der Schweiz. Spielorte und weitere Informationen unter www.everydayrebellion.net. [CB]


EVERYDAY REBELLION - TRAILER 1 from Everyday Rebellion on Vimeo

03.09.2014

Schluss mit Schnell

Die globalisierte Beschleunigung hat uns alle fest im Griff. Verantwortlich für diese Geschwindigkeit ist die unkontrollierte Entwicklung von Wissenschaft, Technik und Wirtschaft. Wir sind in einem Zustand permanenten Zeitdrucks. Doch überall auf der Welt verweigern sich immer mehr Menschen dem allgegenwärtigen Stress. Der französische Dokumentarfilm "Schluss mit Schnell" lässt sie und ihre Ideen zu Wort kommen [Arte/CB].

http://www.arte.tv/guide/de/048763-000/schluss-mit-schnell?autoplay=1

24.03.2014

Wer profitiert vom Hunger? Dokuabend bei Arte

Die Frage, wer vom Hunger profitiert, beantwortet ein Themenabend, den Arte am morgigen 25. März 2014 ausstrahlt. Darf Hunger zum Markt werden? Macht Hilfe abhängig? Der Themenabend packt ein Tabu an und fragt in drei Dokumentationen, warum die Entwicklungspolitik versagt hat und wer in dem Ganzen wirklich "satt" wird [Arte/PK].

20:15 Uhr - Wachstumsmarkt Welthunger
21:30 Uhr - Süßes Gift
23:05 Uhr - Hunger

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