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11.08.2015

Wenn Aktivisten altern

Die Welthandelsorganisation (WTO) auflösen? Die volle Verantwortung für die Umweltkatastrophe von Bhopal von Vertretern von Dow Chemical übernehmen lassen? Die "Yes Men" (Mike Bonanno und Andy Bichlbaum) haben es getan. Das US-Aktivistenduo tritt seit 15 Jahren den Mächtigen auf die Füße, mit immer neuen medienwirksamen Aktionen. Nach den beiden Filmen "The Yes Men" und "Die Yes Men regeln die Welt" kommt dieser Tage ihr neuer Dokumentarfilm in die Kinos.

"Die Yes Men - Jetzt wird's persönlich" begleitet Bonanno und Bichlbaum bei ihren Aktionen rund um die Klimakonferenz in Kopenhagen 2009 und die Occupy-Proteste 2011. Das Duo trifft in Uganda auf eine Actionaid-Aktivistin, die zu Klimagerechtigkeit arbeitet, auf kanadische Umweltaktivisten, die gegen die Ölgewinnung aus Teersanden vorgehen, geht an die Wall Street, inszeniert eine Firmenfeier von Shell in Seattle und ist dabei, als Occupy-Aktivisten die Opfer von Hurricane Sandy unterstützen.

Zwischendurch gewährt der Film ganz persönliche Einblicke in die Leben der beiden Protagonisten, in denen es nicht immer leicht fällt, das persönliche und das politische Engagement unter einen Hut zu bringen. Denn die Superstars der internationalen Protestbewegung sind älter geworden. Sie leben nicht permanent am selben Ort, haben teils Familie und gehen Jobs jenseits des Aktivistenlebens nach.


Die persönlichen Einblicke der Yes Men und ihrer Unterstützer bilden die starken Momente im Film: Die Begeisterung vor dem Start einer inszenierten Pressekonferenz zur Anerkennung der Klimaschulden, die Enttäuschung und Hoffnungslosigkeit nach dem Klimagipfel in Kopenhagen, die neu aufflammende Motivation und Aufbruchstimmung rund um die Occupy-Bewegung.. Es zeigt sich jedoch auch, dass die Yes Men-Methode der "Identity Correction" aufgrund ihrer gewachsenen Bekanntheit schneller auffliegt - und dass diese Aktionen nicht zwingend dazu führen, dass die Inhalte, die sie zu transportieren beabsichtigen, es in die Medien schaffen. Der dritte Teil der Yes Men - ein bisschen melancholisch, aber durchaus sehenswert.

Kinostart: 20.08.2015
www.dieyesmen-derfilm.de

Weitere Tags: Klimagerechtigkeit, Aktivismus, Culture Jamming



05.03.2015

"Everyday Rebellion" bei Arte+7

Die von uns im vergangenen Oktober vorgestellte Doku "Everyday Rebellion" ist noch bis zum 10. März in der Arte-Mediathek zu sehen. Prädikat: sehenswert!

09.10.2014

Samstag: Europaweiter Aktionstag gegen TTIP, CETA, TISA und Co

Am Samstag, dem 11. Oktober, findet ein europaweiter Aktionstag gegen die gegenwärtigen Verhandlungen von Freihandelsabkommen wie TTIP, CETA und TISA statt. Bürgerinitiativen, Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen rufen zum Mitmachen auf. Insgesamt sind über 300 Aktionen in 19 Ländern geplant.

Auch in deutschen Städten wird für demokratischere Verhandlungen, Offenlegung der Vertragsbestandteile und Bewahrung von Bürgerinteressen demonstriert. In Berlin beginnt am "Day of Action" (#O11DoA) um 18 Uhr eine Demonstration am Oranienplatz. In München wird bei einem "March against Monsanto" ab 12 Uhr am Rindermarkt die Übermacht der Wirtschaftslobby bei den Verhandlungen kritisiert. In Hamburg gehen ab 13 Uhr Menschen am Gewerkschaftshaus im Besenbinderhof 60 auf die Straße.

O11DoA Bild

16.09.2014

Everyday Rebellion: Beeindruckendes Plädoyer für gewaltfreien Aktivismus

Copyright: W-film /
Golden Girls Filmproduktion
Am 17. September 2011 zog eine Gruppe von etwa 1.000 Aktivisten in den New Yorker Finanzdistrikt, um gegen ein ungerechtes Wirtschaftssystem und die Macht einer kleinen Minderheit zu demonstrieren. Sie errichteten im Zuccotti Park ein Zeltlager. Die Occupy-Bewegung war geboren.

Es dürfte kein Zufall sein, dass "Everyday Rebellion" fast auf den Tag genau drei Jahre nach der Geburt von Occupy Wall Street in die Kinos kommt. Mit beeindruckenden Bildern zeichnet der Dokumentarfilm von Arash und Arman T. Riahi die sozialen Protesten der vergangenen Jahre rund um den Globus nach.

Die Filmemacher haben dazu die Schauplätze sozialer Bewegungen besucht: den Tahrir-Platz in Kairo, das von Zwangsräumungen geprägte Madrid, den Taksim-Platz in Istanbul, das Iran-Tribunal in Den Haag.. Ihr Blick galt der Vielfalt und Kreativität des gewaltfreien Protests: Da fliegen hunderte Tischtennisbälle mit subversiven Botschaften eine Straße herunter. Da sprechen Demonstranten laut das Gesprochene nach, weil ihnen Megafone untersagt sind. Da werden kapitalismuskritische Botschaften auf Geldscheine geschrieben. Theoretiker wie Praktiker schildern, welche Wirkung kreative Aktionsformen entfesseln können.

Der Blick der Riahi-Brüder galt aber vor allem den Menschen, die hinter den Protesten stehen, und von denen wir einige kennenlernen: Eine junge Studentin in den USA, die ein paar Jahre auf der Straße leben musste und Sorge hat, an den Studiengebühren zu verarmen. Eine Femen-Aktivistin, die aufgrund von Morddrohungen ihre Heimat verlassen musste. Ein Aktivist aus Damaskus, der Flugblätter mit Hilfe von Ballons verbreitet hat.

Eine große Stärke der geduldig erzählten Doku ist ihr Blick fürs Detail. Eindrucksvoll etwa der Gesichsausdruck eines jungen Polizisten, der Femen-Aktivistinnen festhält. Von anfänglicher Skepsis wandelt er sich. Am Ende blickt er fast anerkennend drein.

"Everyday Rebellion" macht Akteure sozialer Bewegungen rund um die Welt sichtbar - und er macht Hoffnung für mehr soziale Gerechtigkeit. Ganz gleich, wie übermächtig der Gegner auch sein mag.

Everyday Rebellion läuft seit 11. September 2014 in ausgewählten Kinos in Deutschland und der Schweiz. Spielorte und weitere Informationen unter www.everydayrebellion.net. [CB]


EVERYDAY REBELLION - TRAILER 1 from Everyday Rebellion on Vimeo

28.08.2013

Sportartikelhersteller PUMA unter Druck

Foto: Fuyuan Cheng, Flickr
2012 wurden drei Textilarbeiterinnen bei einem Zulieferbetrieb für Puma bei einer Demonstration angeschossen. Puma versprach bessere Arbeitsbedingungen, doch wie ein Beitrag des NDR-Magazins Weltbilder zeigt, hat sich nichts geändert [CB].

Zum Video

15.05.2013

Textilunternehmen unterzeichnen Sicherheitsabkommen für Bangladesch

Nach den Katastrophen in Bangladeschs Textilfabriken gerät Bewegung in die internationale Textilbranche. Bis vorgestern haben 18 große Modeunternehmen ein von der Kampagne für Saubere Kleidung initiiertes Sicherheitsabkommen unterzeichnet, darunter H&M, C&A, Tchibo, Aldi und Kik. Die Unternehmen verpflichten sich im "Accord on Fire and Building Safety in Bangladesh", bei ihren Zulieferbetrieben innerhalb von fünf Jahren ein System für Feuer- und Gebäudesicherheit umzusetzen und regelmäßig durch unabhängige Kontrolleure überprüfen zu lassen. Die Frist für die Zeichnung des Abkommens läuft heute um Mitternacht ab.
In Bangladesch, einem Zentrum der internationalen Textilherstellung, ist es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Katastrophen in Textilfabriken gekommen. Beim Einsturz eines Hochhauses im Distrikt Savar, in dem mehrere Textilfabriken untergebracht waren, sind am 24. April mehr als 1.100 Menschen ums Leben gekommen. Nichtregierungsorganisationen weisen seit Langem auf laxe Sicherheitsbestimmungen und unzumutbare Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie hin [CB].

Zum Sicherheitsabkommen [PDF]
Zur Petition "Stoppt das Töten"


16.04.2013

Apple unter der Lupe

Wenn ein neues Produkt des US-Elektronikgiganten Apple auf den Markt kommt, bilden sich vor den Geschäften schon tags zuvor lange Schlangen. Die Apple-"Jünger" wollen das neue iPhone 5 als erste haben. Wie schafft das Unternehmen es, diesen Kult um seine Marke zu kreieren? Was hat sich seit der Skandalreihe bei Foxconn in den chinesischen Produktionsstätten getan und wie erklärt Apple seine Preise, die nach unabhängigen Schätzungen weit über den Herstellungskosten liegen? Der WDR zeigte gestern die Wiederholung seiner sehenswerten Reportage "Der Apple-Check", die in der Mediathek verfügbar ist [PK].

Zum Video

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21.02.2013

Apple Stories

Foto: photobunny, Flickr
Modern, hipp und lässig geben sich die Flagshipstores des Elektronikherstellers Apple in Europa. Die Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen, die seine Produkte zusammensetzen oder die dafür benötigten Rohstoffe abbauen, stehen hingegen auf einem anderen Blatt. Der Dokumentarfilmer Rasmus Gerlach folgte der Herstellungskette von Iphone, Macbook, Ipad und Co nach Ruanda, Hongkong, Shenzhen und Kairo. Er besuchte Aktivisten, die gegen die hohen Selbstmordraten im Zulieferbetrieb Foxconn protestieren und Forscher, die am geologischen Fingerabdrucke gegen Mineralschmuggel arbeiten. Sein Filmprojekt wurde 2010 mit dem Phoenix Förderpreis ausgezeichnet [CB].

23.02.2013, 22:30 - 0:00 Uhr, Phoenix
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04.02.2013

Lobbyismus - die Macht der Einflüsterer

Wussten Sie, dass auf jeden EU-Abgeordneten bis zu 40 Lobbyisten kommen? Dass ein ganzes Netzwerk ehemaliger und aktueller Mitarbeiter der Investmentfirma Goldman Sachs an Gesetzesentwürfen zur vermeintlichen Finanzmarktregulierung mitschreibt? Dass die vielbeschworene Notwendigkeit für eine persönliche private Altersvorsorge auch eine Folge verstärkten Lobbyismus von Versicherungsunternehmen ist?
Die 3Sat-Sendung nano widmete sich am Freitag dem Schwerpunkt Lobbyismus. Sie ist in der 3Sat-Mediathek zu sehen [PK].


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29.01.2013

TV-Tipp: Gas-Fieber

Foto: Cocoa Dream, Flickr
Von Ölkonzernen wie Exxon Mobil und Halliburton wird Schiefergas als Energiequelle der Zukunft gefeiert. Wegen des hohen Energieaufwands und des heftigen Chemikalieneinsatzes beim "Fracking" galt seine Förderung lange als unrentabel - doch im globalen Run auf dünner werdende Ressourcen ist dies passé. Wegen der hohen Risiken schlagen Umweltverbände und Wissenschaftler bereits seit Jahren Alarm.
Der Dokumentarfilmer Lech Kowalski wollte wissen, welche Folgen die Förderung von Schiefergas hat und ist dafür nach Bradford County im US-Bundesstaat Pennsylvania und ins ostpolnische Zamosc gereist [PK].

29.01.2013, 20:15 - 21:30 Uhr, Arte
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Wiederholungen: 02.02.13, 10:25 und 13.2. 9:55 Uhr

25.01.2013

Frankreich sichert Uranminen in Niger mit Spezialeinheiten

Foto: Defence Images, Flickr
Erstmals werden französische Soldaten damit direkt für privatwirtschaftliche Interessen eingesetzt, auch wenn der Atomkonzern Areva weitgehend in staatlicher Hand ist [TELEPOLIS].

Zum Artikel bei TELEPOLIS

27.11.2012

Gap soll Brandschutzbestimmungen verbessern

Die Clean Clothes Campaign (CCC) ruft den internationalen Textilhersteller Gap zu einer Verbesserung der Brandschutzbestimmungen in seinen Zulieferbetrieben auf. Die Petition folgt auf das verheerende Feuer in der Textilfabrik Tazreen Fashions in Bangladesch, bei dem am Sonntag über 100 Menschen ums Leben gekommen sind. In der Fabrik wurde unter anderem für C&A, Walmart, Edinburgh Woollen Mill, Piazza Italia , Kik, Teddy Smith, Ace, Dickies, Fashion Basics, Infinity Woman, Karl Rieker GmbH & Co., True Desire (Sears) und ENYCE produziert.
Modemarken wie Tommy Hilfiger und das deutsche Einzelhandelsunternehmen Tchibo hätten laut CCC (in Deutschland "Kampagne für saubere Kleidung") bereits Programme eingeführt, um Bestimmungen unabhängig überprüfen zu lassen - Gap solle diesem Beispiel folgen.
In Reaktion auf den Fabrikbrand kommt es im Industriegebeit Ashulia unterdessen zu Protesten gegen die schlechten Arbeitsbedingungen und ausbeuterischen Verhältnisse [CB].

Zur Petition

26.11.2012

Tribunal lässt Indiens ausgebeutete Textilarbeiter zu Wort kommen

Unterschreitung des gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohns, schlechte Gesundheits- und Sicherheitsbestimmungen, Missbrauch am Arbeitsplatz: die Liste der Klagen indischer TextilarbeiterInnen ist lang. Während die von ihnen produzierte Kleidung Modemarken wie Gap, H&M, Next und Walmart Milliardenumsätze beschert, liegt ihr Stundenlohn teils bei 25 Eurocent. Das indische "Nationale Tribunal für Mindestlöhne und anständige Arbeitsbedingungen für Textilarbeiter" hört zur Zeit Zeugen dieser Menschenrechtsverletzungen.

Zum Artikel beim Guardian/Observer

20.11.2012

Welche Elektronikhersteller sind grün?

Längst sind sie zum Bestandteil unseres Alltags geworden: Handys, Computer, Webbooks und Tablet-PCs. Doch wie umweltverträglich werden diese produziert und was tun Hersteller, um den Schadstoffausstoß zu reduzieren?


Wer auf der Suche nach grüner Elektronik ist, wird feststellen, dass sich hierfür auf Herstellerseite bisher kaum ein Bewusstein entwickelt hat. Greenpeace hat nun seinen 18. Ratgeber für grüne Elektronik veröffentlicht, der die großen Hersteller nach ihrem Einsatz für die Umwelt rankt. Die ersten drei Plätze gehen an die indische Firma Wipro, an hp und Nokia. Schlusslichter sind Sharp, Toshiba und RIM.

Keine Rolle bei der Beurteilung haben die Herkunft der Rohstoffe und die Bedingungen, unter denen diese gewonnen werden bzw. unter denen - auch bei Zulieferern - produziert wird, gespielt (siehe auch hier und hier). Wer Informationen diesbezüglich sucht, wird beim Germanwatch-Projekt "Make IT fair" fündig.

Zum Greenpeace-Ratgeber grüne Elektronik

09.11.2012

Menschenunwürdige Arbeitsbedingungen in indonesischen Zulieferbetrieben halten an

Die Arbeitsbedingungen indonesischer TextilarbeiterInnen bleiben nach wie vor prekär. Laut einer neuen Studie des Südwind-Instituts kommt es in den Zulieferbetrieben von Adidas, Esprit, Inditex (Zara), H&M und Nike immer wieder zu Verstößen gegen das Arbeits- und Gewerkschaftsrecht. ArbeiterInnen berichten von exzessiven Überstunden, niedrigem Lohn, ärmlicher Behausung und daraus resultierenden Folgen für die Gesundheit. Nachhaltige Investoren und aktive Aktionäre hätten in den vergangenen Jahren zwar Erfolge verzeichnen können, zu einer nachhaltigen Verbesserung des Lebens der ArbeiterInnen hätte dies aber noch nicht geführt.

Die Studie steht auf der Webseite des Südwind-Instituts als Download zur Verfügung und kann dort bestellt werden [CB].

Arbeitsrechtsverstöße in Indonesien. Was können Investoren tun?
ISBN: 978-3-929704-71-6
Weitere Informationen

08.10.2012

Reise auf die dunkle Seite der EU

Zwischen 15.000 und 30.000 Lobbyisten verdienen im EU-Geschehen weitgehend unbeobachtet ihr Geld damit, Politik im Sinne von Unternehmen zu beeinflussen. Der neue "Lobbyplanet Brüssel" verspricht Orientierung.

Ob die milliardenschwere Verhinderung einer Ampelkennzeichnung von Lebensmitteln, Unterschriftensammelaktionen im Auftrag von Unternehmen oder die gezielte Beeinflussung der öffentlichen Meinung: die Arbeit von Lobbyisten gehört in Brüssel längst zum politischen Alltag. Konzerne investieren Millionen in scheinbar unverdächtige Verbände, Netzwerke und Organisationen, um ihre Interessen durchzusetzen - nicht selten auf Kosten der Allgemeinheit. Die in Brüssel tätigen Lobbyisten wenden “immer härtere Lobby-Strategien” an, die wahrscheinlich “Praktiken wie Manipulation, Destabilisierung und Desinformation beinhalten”, sagt der Lobbyistenausbilder Daniel Guéguén.

Die gemeinnützige Initiative LobbyControl hat es sich zur Aufgabe gemacht, Licht in das Dunkel zu bringen und das Dickicht aus EU-Institutionen, Wirtschaftsberatungen und Einzelpersonen zu durchdringen. Mit dem "Lobby Planet Brüssel" hat sie kürzlich die überarbeitete Fassung eines Reiseführers der anderen Art herausgebracht.

Neben dem Sitz relevanter Organisationen konzentriert sich der Guide auf Hintergründe und Zusammenhänge zum Lobbygeschehen in Europa. So erfährt man zum Beispiel, dass Google 2010/2011 700.000 Euro für Lobbyarbeit in der EU ausgegeben hat; dass sich im März letzten Jahres 14 EU-Abgeordnete im Zusammenhang mit der "Cash-for-Laws"-Affäre bestechlich zeigten; dass die multinationalen Wasserkonzerne Veolia und Suez mit Hilfe des eigens gegründeten Dachverbands AquaFed die Privatisierung von Wasserdienstleistungen vorantreiben; dass das wissenschaftlich-neutral wirkende European Risk Forum versucht, unternehmensfreundliche Ansätze zur Folgenabschätzung von Gesetzen durchzusetzen (involviert sind oder waren hieran British American Tobacco, Bayer, Coca-Cola, Shell und Siemens); oder dass im Bereich Lebensmittel auf einen Verbraucherschützer 100 Industrielobbyisten kommen - so jedenfalls die Schätzung Monique Goyens vom Europäischen Verbraucherverband (BEUC).

Die Lektüre des Lobby Planet ist nicht nur für Informationssuchende ein lohnendes Unterfangen, bietet er doch mit seiner "Werkzeugkiste" praktische Tipps für ambitionierte Nachwuchslobbyisten.

Der 68-seitige Lobby Planet Brüssel, "Das EU-Viertel", ist auf der Webseite von LobbyControl für EUR 7,50 erhältlich: www.lobbycontrol.de [CB].

13.09.2012

Virtuose Ablenkmanöver

Kaum ein größeres Unternehmen kommt heute ohne eigene Nachhaltigkeits-Abteilung aus. Doch viele Häuser lagern ihr Gewissen in diese Abteilung aus, um im Rest „business as usual” zu betreiben. Wie funktioniert professionelles Greenwashing bei einem Skandalkonzern, einem Händler mit Öko-Image und einem Surfbretthersteller, der auf Freiwilligkeit pocht? Christina Felschen hat für das Südlink-Magazin die CSR-Maßnahmen des Berbaukonzerns Vale, des Surf- und Outdoorherstellers Quiksilver und der Drogeriekette dm untersucht.

Zum Artikel auf www.inkota.de

11.09.2012

Bottled Life - Nestlés Geschäft mit Wasser

Wie verwandelt man Wasser in Geld? Es gibt eine Firma, die das Rezept genau kennt: Nestlé. Dieser Konzern dominiert den globalen Handel mit abgepacktem Trinkwasser. Der Journalist Res Gehriger macht sich auf, einen Blick hinter die Kulissen des Milliardengeschäfts zu werfen. Nestlé blockt ab. Doch der Journalist lässt sich nicht abwimmeln. Er bricht auf zu einer Entdeckungsreise, recherchiert in den USA, in Nigeria und in Pakistan. Die Expedition in die Welt des Flaschenwassers verdichtet sich zu einem Bild über die Denkweisen und Strategien des mächtigsten Lebensmittelkonzerns der Welt [ARD].

11.09.2012, 20:15 - 21:45 Uhr, Arte
Wiederholung: 20.09.2012, 15:00 Uhr


"Bottled Life – Nestlés Geschäfte mit dem Wasser" Filmausschnitt Deutsch 40' from Dok Lab on Vimeo.

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11.06.2012

Abgefackelt: Ölkonzerne vernichten Gas

Ölkonzerne fackeln in Förderländern wie Nigeria und Russland systematisch Erdgas ab, das bei der Ölgewinnung austritt. Damit sparen sie zwar Geld, vernichten aber gleichzeitig enorme Energiemengen und richten gewaltige Umweltschäden an. Ein Skandal, der von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet bleibt. So machen sich, wie im Dokumentarfilm von Inge Altemeier und Steffen Weber zu sehen ist, große Ölförderunternehmen seit Jahrzehnten mitschuldig an der Klimakatastrophe [Arte/CB].

12.06.2012, 22:50 - 23:40 Uhr, Arte

Weitere Informationen bei arte und bei der Produktionsfirma

18.04.2012

Deutsche Unternehmen auf dem Prüfstand

Wie weit reicht die Verantwortung von Unternehmen? Was können Verbraucher mit gutem Gewissen kaufen und was nicht? Eine Entscheidung, die immer schwerer wird, denn viele Produkte entstehen mit Kinderarbeit, Niedriglöhnen, Umweltzerstörung. Während in Europa strengere Gesetze und Umweltauflagen gelten, nutzen viele international tätige Konzerne den niedrigen Rechtsstandard in den armen Ländern - und machen Milliardengewinne. Der Dokumentarfilm "Markt oder Moral. Deutsche Unternehmen auf dem Prüfstand" von Christian Jentzsch sucht Antworten auf diese Fragen. Er steht in der ARD-Mediathek zur Verfügung [ARD/CB].


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